Kinderdepot für Großeltern
Kinderdepot für Großeltern 2026: Wie Oma und Opa für Enkel sparen können – drei konkrete Wege, Schenkungsfreibeträge und Rechenbeispiele für jedes Budget.
Großeltern wollen für ihre Enkel etwas aufbauen – Geburtstags- und Weihnachtsgelder, vielleicht einen monatlichen Dauerauftrag. Aber darf Oma einfach ein Kinderdepot eröffnen? Und wie kommt das Geld am besten ins Depot?
🌿 Was dich erwartet:✔ Darf Oma selbst ein Kinderdepot eröffnen? (Die Antwort überrascht viele)
✔ Drei Wege wie Großeltern für Enkel sparen können
✔ Schenkungsfreibeträge: Wie viel ist steuerfrei?
✔ Rechenbeispiele: Was aus 50 € monatlich oder 2.000 € einmalig wird
✔ Was passiert mit dem Geld wenn das Kind 18 wird
Darf Oma selbst ein Kinderdepot eröffnen?
Nein – Großeltern sind in der Regel keine gesetzlichen Vertreter und können deshalb kein Kinderdepot auf den Namen des Enkels eröffnen. Das dürfen nur die Eltern oder Sorgeberechtigten.
⚠️ Wichtige Ausnahme: In seltenen Fällen können Großeltern das Sorgerecht oder eine Vormund-Stellung übernehmen – dann sind sie auch zur Depoteröffnung berechtigt. Das ist aber ein rechtlicher Sonderfall der eine familiäre und rechtliche Sondersituation voraussetzt.Aber: Großeltern können trotzdem aktiv und effektiv für ihre Enkel sparen – auf drei verschiedene Wegen.
Drei Wege wie Großeltern für Enkel sparen
Sobald die Eltern ein Kinderdepot eröffnet haben, bekommen sie eine IBAN für das Verrechnungskonto des Depots. Auf diese IBAN können Großeltern jederzeit Geld überweisen – einmalig oder per Dauerauftrag. Die Eltern entscheiden dann, ob und wann das Geld investiert wird.
Großeltern eröffnen ein eigenes Wertpapierdepot auf ihren Namen und besparen dort einen ETF-Sparplan – zweckgebunden für den Enkel. Zu einem späteren Zeitpunkt (z. B. zum 18. Geburtstag) wird das Depot per Schenkung oder Übertrag auf das Kind übertragen.
Großeltern können im Testament den Enkel als Begünstigten eines Depots oder Vermögens einsetzen. Das ist keine aktive Spar-Strategie, aber ein wichtiger ergänzender Baustein für größere Beträge. Der Erbschaftsfreibetrag für Enkel beträgt 200.000 € (bei Ersterbschaft, wenn Eltern vorverstorben wäre es als Kindserbe 400.000 €).
💡 Für laufendes Sparen ist Weg 1 (Einzahlen ins bestehende Depot) immer die beste und einfachste Option. Testament/Erbschaft ergänzt das sinnvoll für größere Vermögen.Schenkungsfreibeträge: Wie viel ist steuerfrei?
Schenkungen von Großeltern an Enkel sind bis zu einem bestimmten Betrag vollständig steuerfrei. Danach fällt Schenkungssteuer an.
| Schenkender | Freibetrag | Wiederholbar |
|---|---|---|
| Großelternteil → Enkel | 200.000 € | Alle 10 Jahre |
| Elternteil → Kind | 400.000 € | Alle 10 Jahre |
| Sonstige Dritte → Kind | 20.000 € | Alle 10 Jahre |
Quelle: § 16 ErbStG. Stand: Juni 2026. Freibeträge gelten pro Schenkenden. Bei zwei Großelternteilen: 2 × 200.000 € = 400.000 € alle 10 Jahre steuerfrei. Gesetzestext § 16 ErbStG
💡 Praktisch: Laufende Einzahlungen ins Kinderdepot (z. B. 50 €/Monat = 600 €/Jahr) liegen weit unter dem Freibetrag. Selbst Einmalanlagen von 5.000–10.000 € sind problemlos. Nur bei sehr großen Beträgen lohnt ein Steuerberater. → Mehr zur Schenkung ins KinderdepotRechenbeispiele: Was aus Omas Sparbeitrag wird
| Szenario | Betrag | Endwert mit 18 Jahren (7 % p.a.) |
|---|---|---|
| Monatlich 25 € ab Geburt | 5.400 € eingezahlt | ~11.000 € |
| Monatlich 50 € ab Geburt | 10.800 € eingezahlt | ~22.100 € |
| 2.000 € einmalig zur Geburt | 2.000 € eingezahlt | ~6.800 € |
| 500 € zum Geburtstag (jährlich) | 9.000 € eingezahlt | ~16.800 € |
| Kombination: 1.000 € + 25 €/Monat | 8.400 € eingezahlt | ~14.500 € |
Modellrechnung, 7 % Bruttorendite, keine Steuer (NV-Bescheinigung). Keine Garantie für zukünftige Renditen. Eigene Berechnung: Sparplan-Rechner
Vorsicht, wenn der Bankberater den Großeltern eine Police empfiehlt: Was Ausbildungsversicherungen wirklich taugen.
Was passiert mit dem Geld wenn das Kind 18 wird?
Das Depot gehört rechtlich vom ersten Euro an dem Kind – das ist sowohl Vor- als auch Nachteil. Mit 18 hat das Kind vollen Zugriff ohne Zustimmung der Eltern oder Großeltern. Das gesparte Geld kann nicht zurückgefordert werden.
💡 Seedli-Empfehlung: Schon ab ca. 12–14 Jahren das Kind einbeziehen. Gemeinsam das Depot anschauen, erklären wie es funktioniert. Dann ist der 18. Geburtstag kein Schock sondern ein bewusster Übergang. → Was mit dem Depot mit 18 passiert