Frühstart Rente

Frühstart-Rente – Aktueller Stand & was Eltern tun

Frühstart-Rente – der aktuelle Stand: Der Staat zahlt 10 € pro Monat in ein Altersvorsorge-Depot deines Kindes. Wer profitiert, wie die Einführung abläuft und was Eltern jetzt tun sollten.

Die Frühstart-Rente ist das größte staatliche Förderprogramm für Kinder seit Jahren – und sie nimmt jetzt konkrete Formen an. Das Bundeskabinett hat im Dezember 2025 die Eckpunkte beschlossen, das Gesetz soll im Laufe des Jahres 2026 folgen und rückwirkend zum 1. Januar 2026 gelten. Hier ist der aktuelle Stand – und was er für deine Familie bedeutet.

🌿 Was dich erwartet:
✔ Aktueller Gesetzgebungsstand
✔ Wer wann anspruchsberechtigt ist – die Jahrgangs-Tabelle
✔ Wie viel aus 10 €/Monat bis zur Rente wird
✔ Frühstart-Rente vs. eigenes Kinderdepot
✔ Offene Fragen und Kritikpunkte
✔ Was Eltern jetzt konkret tun sollten

Aktueller Stand: Wo das Gesetz gerade steht

Die Frühstart-Rente stammt aus dem Koalitionsvertrag 2025. Am 17. Dezember 2025 hat das Bundeskabinett das Eckpunktepapier beschlossen – die Grundlage für den Gesetzentwurf. Am 26. Februar 2026 wurde die Reform der privaten Altersvorsorge im Bundestag in erster Lesung beraten. Ziel der Bundesregierung: Das Gesetz tritt rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft, sodass der erste Jahrgang keine Förderung verliert.

⚠️ Hinweis zum Stand: Das Gesetz ist noch nicht endgültig verabschiedet. Alle Angaben basieren auf dem Eckpunktepapier und dem laufenden Gesetzgebungsverfahren und können sich noch ändern. Wir halten diesen Artikel aktuell.

Was ist die Frühstart-Rente?

Der Staat zahlt 10 € pro Monat und Kind in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorge-Depot ein. Das Geld wird am Kapitalmarkt angelegt, wächst bis zum Renteneintritt steuerfrei – und ist bis dahin gesperrt. Offizielle Informationen: Bundesregierung zur Frühstart-Rente.

10 €staatliche Zahlung
pro Monat
6–17 J.Anspruchsalter
(Bildungseinrichtung in DE)
1.440 €maximale Staats-Einzahlung
über 12 Jahre
Die Voraussetzungen laut Eckpunktepapier
1
Das Kind ist zwischen 6 und 17 Jahre alt und besucht eine Bildungseinrichtung in Deutschland (Schule, später ggf. Ausbildung).
2
Für das Kind wird Kindergeld bezogen.
3
Eltern eröffnen ein zertifiziertes Altersvorsorge-Depot – oder die Förderung läuft über die staatliche Auffanglösung (dazu unten mehr).

Wer ist wann dran? Die jahrgangsweise Einführung

Die Förderung startet nicht für alle Kinder gleichzeitig, sondern Jahrgang für Jahrgang – beginnend mit den Kindern, die 2026 sechs Jahre alt werden:

JahrNeu anspruchsberechtigtGeburtsjahrgang
20266-Jährige (Start)2020
20276-Jährige2021
20286-Jährige2022
ab 2029Ältere Jahrgänge rückwirkendalle bis dahin nicht berücksichtigten Kinder bis 17

Heißt konkret: Ist dein Kind heute 10, geht es zunächst leer aus – soll aber ab 2029 nachträglich aufgenommen werden. Ist dein Kind Jahrgang 2020, gehört es zum Startjahrgang, und die Zahlungen sollen rückwirkend ab Januar 2026 fließen.

Die Auffanglösung: Was passiert, wenn Eltern nichts tun?

Eröffnen Eltern kein eigenes Depot für ihr Kind, verfällt die Förderung nicht. Geplant ist eine Auffanglösung über die Bundesbank: Die 10 € pro Monat werden dort standardisiert angelegt – allerdings ohne eigene ETF-Auswahl. Eltern können später jederzeit auf ein individuelles Depot wechseln; das angesparte Guthaben wird dann übertragen.

💡 Die Auffanglösung ist ein Sicherheitsnetz – kein Optimum. Wer Anbieter und ETF selbst wählt, behält die Kontrolle über Kosten und Anlagestrategie.

Was aus 10 € pro Monat bis zur Rente wird

Der eigentliche Hebel der Frühstart-Rente ist nicht die Einzahlung – 1.440 € klingen unspektakulär. Der Hebel ist die Zeit: Das Geld bleibt rund 60 Jahre investiert.

Annahme Rendite p.a.Depotwert mit 18Depotwert mit 67 (ohne weitere Einzahlung)
6 %ca. 2.100 €ca. 36.500 €
7 %ca. 2.250 €ca. 62.000 €

Aus 1.440 € Steuergeld werden also – je nach Marktentwicklung – mehrere zehntausend Euro Altersvorsorge. Das ist der Zinseszins-Effekt in Reinform. Ab dem 18. Geburtstag darf das Kind zusätzlich selbst einzahlen (bis zu einem jährlichen Höchstbetrag); die Erträge bleiben bis zum Renteneintritt steuerfrei.

Was die Frühstart-Rente nicht ist

Wichtig: Die Frühstart-Rente ist kein Kinderdepot für freie Zwecke. Das Geld ist bis zur Regelaltersgrenze gesperrt – Führerschein, Studium oder die erste Wohnung lassen sich damit nicht finanzieren.

✅ Was sie bringt Kostenloser Einstieg in die kapitalgedeckte Altersvorsorge. 60 Jahre Zinseszins. Steuerfreies Wachstum bis zur Rente. Vor staatlichem Zugriff geschützt, im Todesfall vererbbar.
⚠️ Was sie nicht ersetzt Ein normales Kinderdepot für Ziele vor der Rente (Ausbildung, Auto, Wohnung). Die Frühstart-Rente ist eine Ergänzung – kein Ersatz.

Frühstart-Rente vs. eigenes Kinderdepot

KriteriumFrühstart-RenteEigenes Kinderdepot
Kosten für Eltern0 € (Staat zahlt)Ab 1 €/Monat selbst
VerfügbarkeitErst im RentenalterAb 18 Jahren frei
ZweckAltersvorsorgeFreie Verwendung
Eigene EinzahlungenEigene ab 18 (Höchstbetrag); Drittbeiträge in KlärungJederzeit, unbegrenzt
SteuernSteuerfrei bis RenteneintrittFreibeträge bis 13.384 €/Jahr
Bereits verfügbar⏳ Gesetz in Arbeit✅ Jetzt sofort

Offene Fragen und Kritikpunkte

So vielversprechend das Konzept ist – einige Punkte sind noch ungeklärt oder werden kritisch diskutiert:

Was noch offen ist Zertifizierung: Welche Anbieter und Produkte zugelassen werden, regelt erst das Gesetz. · Zuzahlungen Dritter: Ob Eltern schon während der Förderphase ins Frühstart-Depot zuzahlen können, ist noch nicht final geregelt. · Sozialer Ausgleich: Ein Zuschlag für einkommensschwache Familien wird diskutiert, ist aber nicht beschlossen. · Sonderfälle: Auswanderung, Erwerbsminderung oder vorzeitiger Tod sind im Detail noch nicht final geregelt. · Verwaltungskosten: Kritiker bemängeln, dass bei kleinen Beträgen Produktkosten einen spürbaren Teil der Rendite auffressen könnten – die Anbieterwahl wird entscheidend.

Was Eltern jetzt tun sollten

Die wichtigste Erkenntnis: Warten kostet Geld. Die Frühstart-Rente deckt nur die Altersvorsorge ab – und auch das erst ab dem 6. Geburtstag. Für alle Ziele davor und daneben bleibt das eigene Kinderdepot das Mittel der Wahl.

✅ Seedli-Empfehlung Jetzt: Eigenes Kinderdepot eröffnen und ETF-Sparplan starten – jeder Monat zählt. Wie viel sinnvoll ist: Wie viel monatlich für Kinder sparen? Welcher ETF passt: ETF im Kinderdepot.

Sobald das Gesetz steht: Frühstart-Rente zusätzlich mitnehmen – 120 € Staatsgeld pro Jahr lässt man nicht liegen.

Anbieter beobachten: Mehrere Broker haben angekündigt, zertifizierte Frühstart-Depots anzubieten. Welcher Broker heute schon fürs Kinderdepot überzeugt: Kinderdepot-Vergleich.

Wechselwirkung mit BAföG, Bürgergeld & Co.

Ein oft übersehener Punkt: Laut Eckpunktepapier soll das Frühstart-Kapital vor staatlichem Zugriff geschützt sein. Das spricht dafür, dass es später nicht als verwertbares Vermögen zählt – etwa bei BAföG oder Bürgergeld. Endgültig regelt das aber erst der Gesetzestext. Beim normalen Kinderdepot sieht das anders aus: Dort zählt das Depotvermögen sehr wohl, mit klaren Freibetragsgrenzen. Die Details: Kinderdepot und BAföG.

Auch für die Familienversicherung ist die Frühstart-Rente unkritisch: Da bis zur Rente weder Ausschüttungen noch Verkäufe stattfinden, entstehen keine laufenden Kapitalerträge, die auf die GKV-Einkommensgrenze angerechnet werden könnten.

So bereitest du dich jetzt vor – Checkliste

Vorbereitung in 4 Schritten
1
Geburtsjahrgang prüfen: Jahrgang 2020? Dann gehört dein Kind zum Startjahrgang – Zahlungen sollen rückwirkend ab Januar 2026 fließen.
2
Steuer-ID des Kindes bereithalten: Sie wird für jedes Depot benötigt – auch für das spätere Frühstart-Depot.
3
Parallel das eigene Kinderdepot starten: Für alle Ziele vor der Rente. Schritt-für-Schritt-Guide.
4
Großeltern einbinden: Wer das Kapital aufstocken will, kann das verlässlich über ein separates Kinderdepot – z. B. per Schenkung. Schon 25 €/Monat ergeben über 12 Jahre rund 5.300 € zusätzlich (bei 6 % p.a.).

Häufige Fragen

Muss ich die Frühstart-Rente beantragen?
Nach aktuellem Planungsstand nicht im klassischen Sinne: Eltern eröffnen ein zertifiziertes Depot, die staatliche Zahlung fließt dann automatisch. Wer nichts unternimmt, landet in der Auffanglösung über die Bundesbank – die Förderung verfällt also nicht.
Mein Kind ist älter als 6 – geht es leer aus?
Nein. Die Einführung erfolgt jahrgangsweise ab den 6-Jährigen (Jahrgang 2020). Ältere Kinder sollen ab 2029 nachträglich aufgenommen werden, sodass am Ende alle 6- bis 17-Jährigen gefördert werden.
Kann ich als Elternteil zusätzlich einzahlen?
Ob Eltern bereits während der Förderphase ins Frühstart-Depot zuzahlen können, ist noch nicht abschließend geregelt – einige Pläne sehen Drittbeiträge vor, eigene Einzahlungen des Kindes sind ab 18 vorgesehen. Verlässlich heute: Wer vorher mehr fürs Kind anlegen will, nutzt parallel ein normales Kinderdepot – dort sind Einzahlungen jederzeit und unbegrenzt möglich.
Was passiert mit dem Geld, wenn mein Kind vor der Rente stirbt oder auswandert?
Laut Eckpunkten soll das Kapital im Todesfall an die Erben gehen. Der Fall Auswanderung ist noch nicht abschließend geregelt – das klärt erst der Gesetzestext.
Ist die Frühstart-Rente besser als ein eigenes Kinderdepot?
Die Frage stellt sich nicht – es ist kein Entweder-oder. Die Frühstart-Rente ist geschenktes Geld für die Altersvorsorge, das eigene Kinderdepot deckt alle Ziele davor ab. Optimal ist die Kombination aus beidem.
Welcher Broker wird die Frühstart-Rente anbieten?
Mehrere Neobroker und Banken haben Interesse bekundet. Welche Anbieter zertifiziert werden, entscheidet sich mit der gesetzlichen Umsetzung – wir aktualisieren unseren Vergleich, sobald es offiziell ist.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Stand: Juni 2026, auf Basis des Eckpunktepapiers vom 17.12.2025 und der ersten Lesung im Bundestag vom 26.02.2026. Alle Angaben ohne Gewähr – die gesetzliche Umsetzung steht noch aus.

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